Hier zeige ich Euch ein paar Bilder vom Herstellungsvorgang.

Ich verwende für die Grundformen große Gips-Gießformen, aus denen ich meine Formen weitergestalte und dann die kleinen Details draufmodelliere. Auch manche kleinen Figuren entstammen solchen Gießformen, wie z.B. das schlafende Kätzchen, die kleine Eule auf dem Dach oder andere Tierchen. Blümchen und Blätter mache ich mit Silikon-Eindrückformen und Ausstechern, die beide eigentlich für die Verarbeitung von Rollfondant in der Küche (z.B. zum Verzieren von Torten) gedacht sind. 

Hier seht Ihr, wie ein Elfenhaus entsteht:
(unten an den Punkten könnt Ihr die Bilder vor- und zurückblättern)

Dieser Vorgang braucht ca. eineinhalb bis zwei Stunden. Wie Ihr sehen könnt, arbeite ich dabei auch mit sehr matschigem Ton, den ich mit dem Messer aufstreiche. Letzte Unebenheiten glätte ich dann mit Wasser. Und dann müssen die Häuschen erstmal trocknen.                                                                                          

Nach ca 1 - 2 Wochen Trockenzeit sind die Werkstücke extrem zerbrechlich. Den Halt bekommt das Material erst durch das sogenannte Sintern.  Dafür werden sie bei 900°C im Brennofen gebacken, wobei sich die Partikel des Materials verdichten. Man nennt das den Schrühbrand. Nun sind die Teilchen stabil und ich muss sie nicht mehr wie rohe Eier herumbalancieren.
 

   


Im nächsten Schritt werden sie mit Glasurpaste bestrichen. Beim Auftrag kann man noch nicht sehen, welche Farbe daraus einmal werden soll und oft machen die Glasuren auch einfach, was sie wollen. Denn in einem zweiten Brand bei 1060 - 1120°C schmilzt die Farbpaste zu einer glänzenden glasartigen Schicht und ist fortan wasserfest. 
Um frostfest zu sein und im Winter draussen stehen zu können, müsste noch höher gebrannt und anderer Ton verwendet werden. Auch müsste ich viel dickwandiger arbeiten und könnte nicht so viele Applikationen anbringen. Daher sind meine Elfenhäuschen prinzipiell nur im Sommer für den Garten geeignet und müssen im Winter rein ins Trockene.

 

So ein keramischer Brand dauert seine Zeit. Je langsamer man den Brennofen hoch heizt, desto sicherer ist man, dass alles heile bleibt. Von Aufheizen bis Abkühlen vergehen so in der Regel eineinhalb Tage. Eine Geduldsprobe, denn man weiß oft nicht, wie die Glasuren werden, ob alles heile bleibt und ob Glasurexperimente schief gegangen oder gut gegangen sind.

Den Ofen kann man erst öffnen, wenn er auf ca 70°C heruntergekühlt ist, sonst könnten die Glasuren, aber auch die ganzen Werkstücke durch den Temperaturschock aufreissen. Holt man die fertig glasierten Sachen aus dem Ofen, knistern sie oft noch den ganzen Tag. Das Material arbeitet noch und gewöhnt sich an die neue Temperatur.